Geoinformationen, Künstliche Intelligenz und sektorübergreifende Zusammenarbeit als Schlüssel für die Wasserwirtschaft der Zukunft

Essen, August 2026 – Der Deutsche Dachverband für Geoinformation e.V. (DDGI) treibt mit seiner neu gegründeten Kommission Wasser innovative Ansätze für den Einsatz von Geoinformationen in einem datenbasierten und resilienten Wassermanagement voran. Seit ihrer Gründung hat die Kommission bereits mehrere Projekte initiiert, die Geoinformationen, Fernerkundung, Künstliche Intelligenz und digitale Entscheidungsunterstützung enger mit der wasserwirtschaftlichen Praxis verknüpfen sollen.

Die Folgen des Klimawandels mit zunehmenden Starkregenereignissen, längeren Trockenperioden und steigenden Nutzungskonflikten der Ressource Wasser stellen Kommunen, Wasserverbände und Infrastrukturbetreiber vor große Herausforderungen. Für fundierte Entscheidungen stehen heute umfangreiche Geodaten, Umweltinformationen und Fernerkundungsdaten zur Verfügung. Ihr Potenzial bleibt jedoch häufig ungenutzt oder unsichtbar – obwohl Geoinformationen in vielen Planungs- und Entscheidungsprozessen einen entscheidenden Beitrag leisten können. Genau hier setzt die DDGI-Kommission Wasser an. Sie versteht sich als interdisziplinäre Arbeitsplattform, die Expertinnen und Experten aus Wasserwirtschaft, Geoinformation, Fernerkundung, Hydrogeologie, Meteorologie, Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft zusammenbringt. Ziel ist es, den Mehrwert von Geoinformationen für fundierte Entscheidungen sichtbar zu machen, erfolgreiche Anwendungen zu fördern, den Austausch zwischen den Akteuren zu stärken und gemeinsam neue Lösungsansätze für ein datenbasiertes und resilientes Wassermanagement zu entwickeln.

Erste Projekte bereits gestartet

Zu den ersten Aktivitäten der Kommission gehören mehrere konkrete Vorhaben, mit denen der Einsatz von Geoinformationen im Wassermanagement weiter gestärkt werden soll.

Ein erster Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation und Vernetzung. Ziel ist es, den Austausch zwischen Wasserverbänden, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik auszubauen und den DDGI als kompetenten Ansprechpartner für Geoinformation im Themenfeld Wasser stärker zu positionieren. Dazu werden bestehende Netzwerke erweitert, neue Kooperationen aufgebaut und aktuelle Entwicklungen fachlich begleitet.

Parallel arbeitet die Kommission am Aufbau eines Daten- und Wissensraums Wasser, der den Zugang zu wasserbezogenen Geodaten und Geoinformationen erleichtern und deren interoperable Nutzung fördern soll. Ziel ist es, Informationen aus unterschiedlichen Quellen effizient zusammenzuführen und für wasserwirtschaftliche Anwendungen besser verfügbar zu machen. Hierfür werden derzeit geeignete Fördermöglichkeiten geprüft und weitere Partner aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft eingebunden.

Ein weiteres Projekt ist der Aufbau einer „Use-Case-Plattform“, auf der erfolgreiche geodatenbasierte Anwendungen aus der Wasserwirtschaft vorgestellt werden. Gleichzeitig soll sie Organisationen mit konkreten Herausforderungen und Akteure mit passenden Lösungsansätzen zusammenbringen. Ziel ist es, erfolgreiche Anwendungen sichtbar zu machen, neue Kooperationen anzustoßen und den Transfer innovativer Geoinformationen in die Praxis zu beschleunigen.

Ergänzend entwickelt die Kommission einen digitalen Selbst-Check zur Bewertung der kommunalen Wasserresilienz. Das Instrument soll Kommunen dabei unterstützen, ihren Entwicklungsstand strukturiert einzuschätzen, Stärken und Handlungsbedarfe zu erkennen sowie geeignete Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung zu identifizieren. Perspektivisch sollen die Ergebnisse mit weitere Geoinformationen ergänzt werden, um fundiertere Entscheidungsgrundlagen für kommunale Entscheidungen zu schaffen.

Dialog als Innovationstreiber

Neben technischen Entwicklungen setzt die Kommission bewusst auf neue Formen der Zusammenarbeit. Geplant sind strukturierte Dialogformate, in denen Vertreterinnen und Vertreter aus Wasserwirtschaft, Kommunen, Wissenschaft, Behörden und Wirtschaft gemeinsam Herausforderungen diskutieren, Lösungsansätze entwickeln und Kooperationen initiieren. Ziel ist es, den Mehrwert von Geoinformationen für fundierte Entscheidungen sichtbar zu machen und gemeinsam praxisnahe Lösungen für ein resilientes Wassermanagement zu entwickeln.

Einladung zur Mitwirkung

Die DDGI-Kommission Wasser versteht sich als offene Plattform für alle Institutionen, die den Einsatz von Geoinformationen und digitalen Technologien in der Wasserwirtschaft voranbringen möchten. Wasserverbände, Kommunen, Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind eingeladen, sich mit eigenen Erfahrungen, Daten, Anwendungsfällen und Projektideen einzubringen.

Gemeinsam sollen Lösungen entstehen, die die Resilienz von Städten und Regionen stärken und den nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser fördern. Es soll dazu beitragen, dass Geoinformationen künftig selbstverständlich als Grundlage fundierter Entscheidungen im Wassermanagement genutzt und ihr Mehrwert für Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch stärker wahrgenommen wird.

Kontakt

Deutscher Dachverband für Geoinformation e.V. (DDGI)
Kommission Wasser

Manuela Nie – Leitung der Kommission Wasser

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www.ddgi.de  

https://ddgi.de/verband/kommissionen/wasser/